Wie wird man Trauerredner?

Wie wird man Trauerredner?

Der Beruf des Trauerredners gehört sicher zu der kleineren Gruppe an beruflichen Tätigkeiten welche man getrost Berufung nennen darf. Haben Sie schon einmal jemanden sagen hören, er möchte des Geldes, Ruhmes, oder der Aufmerksamkeit wegen Trauerredner werden? Das Ausüben dieses Berufes erfordert ein Höchstmaß an Sensibilität, Feingefühl, so wie Organisation und Planung. Doch wie wird man Trauerredner? Müssen uns die Kompetenzen in die Wiege gelegt werden, oder gibt es natürliche Wege, wie Fort-, oder Ausbildung zum Trauerredner? Wir bringen etwas Licht ins Dunkel dieses oft unbeachteten Berufes und zeigen wieso dieser nicht nur sinnstiftend, sondern auch lukrativ sein kann. Was er voraussetzt und was er gibt.

Allgemeines zum Beruf des Trauerredners

Der Ursprung dieses Berufes geht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Durch die Aufklärung und die damit verbundene Trennung von Kirche und Staat, so wie den ersten eingeführten Leichenverbrennungsanlagen entstand eine Lücke in der Begleitung von Bestattungen. Die Kirchen lehnten die sogenannten Kremationsfeiern bis weit ins 20. Jahrhundert ab. Zusätzlich stiegen atheistische Bewegungen. Der Beruf des Trauerredners entstand. Heute beträgt der Anteil nicht-kirchlicher Bestattungen in Deutschland etwa ein Drittel.

Welche Kompetenzen erforderlich sind

Zunächst muss ein Trauerredner, wie der Name bereits preisgibt, kommunikative Fähigkeiten besitzen. Die Reden müssen sich nicht auf Trauerfeiern begrenzen, sondern können auch andere Feierlichkeiten des Lebenskreises umfassen. Neben dem Umgang mit der eigenen Sprache und einem ausgeprägten Wortschatz ist es wichtig, die Individualität, besondere Wünsche und Symbole des Verstorbenen oder dessen Angehörigen zu berücksichtigen und adäquat in die Rede zu adaptieren. Weiter bedarf es ein hohes Maß an organisatorischen Fähigkeiten. Der Ablauf der Trauerfeier, die hohe Emotionalität, der gesamte Rahmen muss von vorne bis hinten geplant werden. Hier bewährt sich auch Flexibilität um auf mögliche Veränderungen des Ablaufs eingehen zu können. Selbstverständlich sind auch Werte wie Feingefühl, Empathie und Charisma essentiell um den Anforderungen und der Tiefe dieses Berufes gerecht zu werden. Rein geschäftlich betrachtet gehört natürlich auch eine gute Akquise zum Fähigkeitsbereichs des Trauerredners. Meist werden sie nicht direkt, sondern über Bestattungsunternehmen gebucht. Diese Zwischeninstanz sorgt für einen schwereren Zugang zum Markt, eine unklare Regelmäßigkeit für Aufträge und eine gewisse Abhängigkeit vom Bestattungshaus.
In der Regel sind Trauerredner als Freiberufler tätig.

Die Ausbildungsmöglichkeiten

Die Frage, ob es überhaupt Ausbildungen in diesem Bereich gibt, kann schnell mit einem „Ja“ beantwortet werden. Mittlerweile gibt es mehrere Anlaufstellen. Diese reichen von kurzen Online-Seminaren bis hin zu intensiveren Coachings und Fernstudien. Die Inhalte der Ausbildung zum Trauerredner sind vielfältig. Zunächst wird an der Persönlichkeit und der Rolle als Redner gearbeitet und ein genaues Profil entwickelt. Weiter ist das Thema Trauer und der Umgang damit wichtig. Markterkundung, Marketing, Recht und Finanzen gehören ebenso zur Ausbildung des Trauerredners wie Gesprächsführung mit Angehörigen, so wie Planung und wunschgerechte Gestaltung der Zeremonie. Abgerundet wird sie oft durch praktisches Üben im Halten einer Rede.

Doch das Ausüben dieses spannenden Berufes erfüllt nicht nur auf seelischer Ebene, sondern kann sich auch finanziell bezahlt machen. Vor allem als Nebentätigkeit ausgeübt, können so bei nur zwei bis drei Reden in der Woche am Ende des Monatsgut und gerne niedrige bis mittlere vier-stellige Beträge entstehen. Im Mittelpunkt sollte jedoch stets der gute Wille und die Absicht stehen, Angehörige durch den Prozess der Trauer und des Verlustes zu führen und Ihnen einen Abschied in Würde und Verbundenheit zu ermöglichen.

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Jürgen Fälchle – stock.adobe.com